Allgemeine Informationen über Kenia

Staatsname

Deutsch: Republik Kenia
Kisuaheli: Jamhuri ya Kenya
Englisch: Republic of Kenya

Klima

tropisch (Küste), semiarid und arid (Norden, Nordosten), sub-tropisch (Hochland/Zentrum)

Lage

Angrenzend an die Länder Tansania, Uganda, Sudan, Äthiopien und Somalia sowie den Indischen Ozean, 34 – 42 ° östlicher Länge, 5 ° nördlicher bis 5 ° südlicher Breite

Größe

ca.583.000 qkm

Hauptstadt

Nairobi (ca. 5.6 Mio. Einwohner)

Bevölkerung

2026: 58,7 Mio. (Bevölkerungswachstum: ca. 2,57%)

Landessprachen

Amtssprache: Kisuaheli
Bildungs- und Verkehrssprache: Englisch

Religionen

Ca. 70% Christen, ca. 20% Moslems, ca. 10% Sonstige

Unabhängigkeit

12. Dezember 1963 von UK

Regierungsform

Präsidialrepublik

Staatsoberhaupt

S.E. Hon. William Ruto (erneut seit 22.09.2022 – nicht unumstritten – zum Wahlsieger erklärt)

Parlament

Ein-Kammer-Parlament, derzeit insges. 210 Sitze

Regierungspartei

im wesentlichen Partei der Nationalen Einheit (PNU), Kenya African National Union (KANU)

Oppositionsparteien

Orange Democratic Movement; der „Führer der offiziellen Opposition“ steht noch nicht fest.

Verwaltungsstruktur des Landes

zentralistisch verwaltetes Land: Zentralregierung, nachgeordnete Provinz-, Bezirks-, und Kommunalverwaltungen

Mitgliedschaft in int. Organisationen

Vereinte Nationen (seit 1963),
AU (Afrikanische Union),
EAC (Ostafrikanische Gemeinschaft),
IGAD (Intergovernmental Authority on Development)

Bruttoinlandsprod. (BIP)

2007: USD 135,94 Mrd.

BIP / Kopf

2022: USD 114 (2026: USD 135)

Geographie

Zentral-Mittel-Kenia wird vom Rift Valley durchzogen, einem Teil des Ostafrikanischen Grabenbruchs. Die höchste Erhebung, der Batian mit 5.199 m, befindet sich im Mount-Kenya-Massiv. Der tiefste Punkt liegt bei 0 m an der 480 km langen Küste des Indischen Ozeans; dort sind teilweise Korallenbänke vorgelagert. Die längsten Flüsse des Landes sind: Tana, Athi und Kerio.

Klima

Kenia kann in zwei Klimazonen unterteilt werden: Im Hochland, das höher als 1.800 m liegt, kommt es von April bis Juni und von Oktober bis November zu Regenperioden. Der Niederschlag fällt meist nachmittags, abends und nachts. Die Nächte sind relativ kühl. Die kälteste Zeit in dieser Region liegt im Juli und August mit etwa 10 °C täglichem Minimum. Die warme Periode liegt im Januar und Februar mit etwa 25 bis 26 °C täglichem Maximum. Die Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 65 Prozent. In Nairobi liegen die Temperaturen im Juli bei 11 bis 21 °C und im Februar bei 13 bis 26 °C. Die jährliche durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt in Nairobi bei 958 mm. Am Victoria-See sind die Temperaturen viel höher, hier gibt es zum Teil auch starke Regenfälle. An der Küste liegen die Temperaturen zwischen 22 und 32 °C, und die mittlere Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 75 Prozent. Der meiste Niederschlag fällt von April bis Juni. Die trockensten Monate sind Januar und Februar. Die wärmsten Monate sind Januar bis Mai und Oktober bis Dezember.

Nationalparks

Es gibt eine Vielzahl an Nationalparks in Kenia, die ein wichtiges Standbein für den Tourismus darstellen. Der größte Nationalpark ist der Tsavo-Nationalpark, der in Ost und West gegliedert ist. Der bekannteste Nationalpark Kenias ist die Masai Mara, der nördliche Ausläufer der Serengeti. Hier findet man besonders in den Monaten Juli und August einen großen Tierreichtum, bedingt durch die Herdenwanderungen von Gnus, Zebras, Antilopen, Büffeln und Impalas. Kleinere bedeutende Naturschutzgebiete sind Samburu, Shaba, Buffalo Springs, Mt. Elgon, Lake Nakuru, Amboseli, Kakamega und Lake Bogoria.

Bevölkerung

Die meisten Einwohner Kenyas betrachten sich als Angehörige von Bantuvölkern (Kikuyu, Luhya, Kamba, Kisii), wobei die Kikuyu mit ca. 22 % die größte Bevölkerungsgruppe in Kenias darstellen. Weiterhin gibt es einige nilotische und hamito-nilotische (Kalenjin, Luo, Massai, Samburu, Iteso) sowie kleinere Völker wie die el-Molo, Njemps und Rendille, die der ursprünglichen Einwohnergruppe der Kuschiten angehören. Die el-Molo am Turkanasee haben kaum noch 1.000 Angehörige und vermischen sich mit den umliegenden Völkern (insbesondere den Samburu). Der Nordosten des Landes wird überwiegend von Somali bewohnt.

Sprachen

Die wichtigsten Sprachen von insgesamt 52 Volksgruppen (die Linguisten führen ganz genau 61 Sprachvarianten inkl. indischer Sprachen und Dialekte auf):

  • Englisch ist eine der beiden offiziellen Amtssprachen Kenias und besonders durch den Gebrauch als Schulunterrichtssprache weit verbreitet.
  • Suaheli (oder Kisuaheli, Swahili) ist die zweite Amtssprache Kenias; es wird an der Küste um Mombasa z. B. bei den Giriamas gesprochen. Gleichzeitig ist Kisuaheli die lingua franca Ostafrikas. In Kenia ist es die vor allem auf dem Land am meisten gesprochene Sprache.
  • Kikuyu: Sprache der größten Volksgruppe (21 Prozent der Gesamtbevölkerung), um Nairobi 41 Prozent; berühmte Kikuyus: Jomo Kenyatta, Mwai Kibaki, Wangari Muta Maathai und Ngugi wa Thiong’o.
  • Kamba: dem Kikuyu verwandt, wird von 11 Prozent der Bevölkerung östlich des Mount Kenya gesprochen.
  • Luhya: Sprache der gleichnamigen zweitgrößten Volksgruppe (14 Prozent) im Westen um Kakamega (Provinzhauptstadt) umfassend aus mehreren Sprachen z. B. Bukusu, Maragoli, Tiriki.
  • Luo: Die Sprache des drittgrößten Volks (13 Prozent), wird am Viktoriasee um Kisumu gesprochen. Berühmte Luos: Jael Mbogo, Oginga Odinga und Tom Mboya.
  • Kalenjin: Ist eine mehrere Sprachen umfassende Sprachgruppe (11 Prozent), z. B. Pökoot oder das Tugen, die Sprache des Volks, aus dem der zweite Präsident Daniel arap Moi entstammt. Die meisten der kenianischen „Wunderläufer“ sind Kalenjin, besonders aus dem Volk der Nandis.
  • Turkana: Sprache des Turkana-Volkes; ca. 340.000 Sprecher.
  • Die Sprache der Maas(s)ai und verwandter Völker wie der Samburu oder Njemps ist das Maa.

Religionen

Rund 70 Prozent der Bevölkerung sind Christen: (davon etwa 51 Prozent Anhänger der über 200 verschiedenen afrikanischen Kirchen und Protestanten). 20 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Katholiken. Mit 105.000 Mitgliedern hat Kenia die größte Quäker-Gemeinde der Welt. Mindestens 10 Prozent der Kenianer werden den traditionellen afrikanischen Religionen zugerechnet. Daneben gibt es vor allem an der Küste Muslime der sunnitischen Richtung, die über 20 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Im östlichen Viertel des Landes dominieren muslimische Somali, die etwa die Hälfte aller Muslime Kenias ausmachen.

Geschichte

Fossile Funde aus Ostafrika lassen vermuten, dass in diesem Gebiet schon vor mehreren Millionen Jahren Vormenschen lebten. Am Ende des ersten Jahrtausends entstand an der Küste eine Kette von kleineren und größeren Handelsstädten, die eng mit der arabischen Welt verbunden waren und von dort auch den Islam übernahmen. Die Küstenbereiche wurden Teil der Swahili-Gesellschaft. Es entstand eine afrikanisch-arabische Mischkultur. Diese Städte an der ostafrikanischen Küste erlebten um 1300 ihre volle Blüte. An vielen Orten wurden Moscheen und prächtige Häuser der örtlichen Eliten errichtet. Einige Städte hatten sogar eine eigene Münzprägung.
Die Geschichte Kenias als Kolonie beginnt 1885 mit einem deutschen Protektorat über die Besitzungen an der Küste des Sultans von Zanzibar. 1888 kam die Imperial British East Africa Company nach Kenia und festigte im Laufe der nächsten Jahrzehnte immer weiter ihre Vorherrschaft in Ostafrika. Deutschland übergab seine küstennahen Gebiete 1898 an die Briten. 1902 gab die britische das fruchtbare Bergland als Siedlungskolonie für Weiße frei. In den 50 Jahren kam es vermährt zu Aufständen die immer heftiger wurden bis die Briten schließlich im Jahre 1960 ihre bevorstehende Machtübergabe an einer demokratisch gewählten Regierung erklärten.
Die Kenya African National Union (KANU) bildete die erste Regierung und am 12. Dezember 1963 wurde Kenia unabhängig. Ein Jahr später wurde Jomo Kenyatta (einem Mitglied des großen Kikuyu-Stamms und Ex-Häftling) der erste Präsident der Republik Kenia, in der das Einparteiensystem galt. Nach Kenyattas Tod am 22. August 1978 wurde der damalige Vizepräsident Daniel arap Moi der neue Präsident. Nachdem Moi im Dezember 2002 nicht mehr antreten durfte, versuchte er Uhuru Kenyatta, den Sohn des ersten Präsidenten, zum Präsidentenamt zu verhelfen, was ihm aber nicht gelang. Stattdessen ist dieser jetzt Außenminister. Nachfolger im Präsidentenamt wurde Mwai Kibaki (Mois früherer Vizepräsident) mit der NARC – der New African Rainbow Coalition. Die neuesten Entwicklungen zeigen allerdings, dass auch Kibaki und seine Regierung sehr umstritten sind, und NARC wurde im öffentlichen Diskurs umgedichtet zum Spruch Nothing (H)As Really Changed. Die aktuelle Kontroverse stellt die Diskussion um die neue Verfassung dar. Am 21. November 2005 hat die Bevölkerung nach einer das Land stark polarisierenden Kampagne in einer Volksabstimmung den gegenüber dem ursprünglichen „Bomas Zero Draft“ stark veränderten Verfassungsentwurf der Regierung („Wako Draft“) abgelehnt.

Wirtschaft

Weit mehr als die Hälfte der Kenianer leben von der Landwirtschaft, doch sind nur etwa 20 Prozent der Fläche des Landes nutzbar. Der Rest ist wegen karger Böden oder zu geringen Niederschlägen meist Brach- oder Bergland. Angebaut werden neben Kaffee, Baumwolle und Tee auch Sisal und Tanacetum-Pflanzen, die als Basis vieler Insektenbekämpfungsmittel dienen. Daneben erzeugen die Menschen hauptsächlich für den Eigenbedarf Mais, Weizen, Gerste, Zuckerrohr, Bohnen, Bananen, Reis und Ananas. In der Viehwirtschaft sind die Mast- und Milchrinder vorherrschend. Die größeren Betriebe im Hochland Kenias haben einen guten Entwicklungsstand erreicht. Umfangreiche Rinder-, Schaf-, Ziegen- und sogar Kamel-Herden müssen mit den kargen Mitteln des Landes ernährt werden.
Kenia lebt vom Kaffee- und Tee-Export, von der Industrie (Maschinen- und Fahrzeugbau, Textil und Bekleidung, Ernährung und Genussmittel) und vom Tourismus (Nationalparks und Wildreservate). In den letzten Jahren konnte im gleichen Maße, wie der Kaffee an Bedeutung verlor, die Blumen-Industrie gewinnen. Kenia hat 2003 Israel als größten Blumenexporteur der Welt abgelöst und konnte 2005 seinen Marktanteil am europäischen Blumenmarkt auf 31 % ausdehnen. Aus der Viehwirtschaft kommen Butter, Fleisch, Häute und Felle in den Export. Der Handel mit Elfenbein und Nashornhörnern ist verboten.

Staatsausgaben

  • Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
  • das Gesundheitswesen bei 6 %
  • das Bildungswesen bei 20 %
  • das Militär bei 6 %
Fehler: Content is protected !!
Nach oben scrollen