Allgemeine Informationen über Uganda

Staatsname

Deutsch: Republik Uganda
Kisuaheli: Jamhuri ya Uganda
Englisch: Republic of Uganda

Klima

tropisch

Lage

Angrenzend an die Länder Tansania, Kenia, Sudan, Demokratische Republik Kongo und Ruanda; 34 – 42 ° östlicher Länge, 5 ° nördlicher bis 5 ° südlicher Breite

Größe

236.860 qkm

Hauptstadt

Kampala (ca. 1,8 Mio. Einwohner)

Bevölkerung

2026: ca. 45.9 Mio. (Bevölkerungswachstum: ca. 2,9%)

Landessprachen

Amtssprache: Englisch
Bildungs- und Verkehrssprache: Englisch

Religionen

überwiegend christlich (ca. 45% katholisch, ca. 35% anglikanisch – Church of Uganda), ca. 10% Moslems

Unabhängigkeit

9. Oktober 1962

Regierungsform

Präsidialregierung

Staatsoberhaupt

Yoweri Kaguta Museveni (de facto auch Regierungschef), Amtsantritt: 29.01.1986 nach Bürgerkrieg, erstmals gewählt 1996. Letzte Amtseinführung 12.05.2026

Regierungspartei

National Resistance Movement (NRM, über 230 der 330 Sitze)

Oppositionsparteien

Forum for Democratic Change (FDC), Democratic Party (DP), Uganda People’s Congress (UPC), Conservative Party (CP), weitere kleinere Parteien

Verwaltungsstruktur des Landes

Zentralregierung, 91 Verwaltungsbezirke (Distrikte)

Mitgliedschaft in int. Organisationen

Vereinte Nationen, Afrikanische Union, EAC (East African Community), Organisation Islamische Konferenz (OIC), AKP (Gemeinschaft der asiatischen, karibischen und pazifischen Staaten), Commonwealth, COMESA (Wirtschaftsgemeinschaft für Ost- und zentrales Afrika)

Bruttoinlandsprod. (BIP)

73.7 Mio. US$

BIP / Kopf

939 US$

Republik Uganda

Geographie

Uganda ist mit seinem Staatsgebiet von 236,860 km² ungefähr so groß wie die alten Länder der Bundesrepublik Deutschland. Abgesehen von der Haupt- und Millionenstadt Kampala, ist das Land eher von kleineren Städten geprägt. Ungefähr 1/5 der Fläche Ugandas besteht aus Wasser. Neben den Seen und dem Weißen Nil ist Ugandas aber auch von Urwäldern und Savanne geprägt. Uganda liegt in der Übergangszone zwischen den Savannen Ostafrikas und den Regenwäldern Westafrikas. Dementsprechend vielfältig sind Landschaft und Tierwelt.

Klima

Dadurch, dass das Land relativ hoch liegt, ist das tropische Klima in Uganda nicht ganz so heiß wie man es von anderen Ländern und Regionen am Äquator gewohnt ist. Die Temperaturen in diesem Land sind von daher weder unangenehm heiß noch zu kalt. Sie überschreitet selten die 30° C. In der Nacht können die Temperaturen allerdings auf 17° C fallen. Es gibt zwei Regenperioden, eine im November/Dezember und die zweite von März bis Mai. Die Niederschlagsmengen belaufen sich über das ganze Jahr hinweg auf circa 1000-1500 mm.

Nationalparks

Ugandas Nationalparks und Wildreservate zeugen von der Natur-Schönheit und dem Artenreichtum des Landes. Die bekanntesten sind der Queen-Elizabeth-Nationalpark, der Rwenzori-Mountains-Nationalpark und der Murchison Falls National Park. Weitere Parks im Südwesten sind der Mgahinga-Gorilla-Nationalpark, der Bwindi Impenetrable National Park, das Kyambura-Wildreservat, der Lake-Mburo-Nationalpark, der Katohga-Nationalpark, der Semliki-Nationalpark und der Toro-Nationalpark. Eigens wegen seines einzigartigen Artenreichtums in Bezug auf Affen ist das Primaten-Reservat im Kibale-Wald angelegt. Im Nordwesten ist neben dem Murchison Falls National Park das Aswa-Lolim-Wildreservat und das Ajai-Wildresevat eingerichtet. Im Osten gibt es, von Süden nach Norden aufsteigend den Mount-Elgon-Nationalpark, das Pian-Upe-Wildreservat, Bokora-Wildreservat, Matheniko-Wildreservat und den Kidepo-Valley-Nationalpark

Bevölkerung

Die Bevölkerung besteht aus über 40 ethnischen Gruppen. 14 % der Bevölkerung leben in Städten, allein mehr als ein Drittel aller Einwohner im Einzugsbereich von Kampala. Es besteht allgemeine Schulpflicht für Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren. Die Alphabetisierungsrate wird auf 69 % (alle über 15 Jahre) beziehungsweise 80 % (15- bis 24-Jährige) geschätzt (2004).

Sprachen

Über die Hälfte der Einwohner Ugandas spricht Bantusprachen. Im Norden Ugandas dominieren nilotische Sprachen. Im äußersten Nordwesten werden zentralsudanische Sprachen gesprochen.

Religionen

Rund 85% der Gesamtbevölkerung Ugandas sind Christen. Davon bekennen sich 45 % zur römisch-katholischen und 35% zur anglikanischen Kirche. Über 12% der Ugander sind meist sunnitische Muslime. Etwa 1% der Bevölkerung sind Anhänger von traditionellen afrikanischen Religionen.

Geschichte

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde Uganda von zwei großen ethnischen Gruppen bestimmt: den Bantustämmen im Süden und nilotischen Nomaden im Norden.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kamen arabische Händler nach Uganda. Wenig später begannen sie mit der Etablierung des Islams. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts kamen protestantische und katholische Missionare in das Gebiet und wurden aktiv. Ihr Einfluss war sehr groß wobei der Islam vergleichsweise wenig Fuß fassen konnte.

Vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Deutschen Reich und England regelten 1886 und 1890 dass das Deutsche Reich das heutige Festland-Tansania, Ruanda und Bugundi umfasste (Deutsch-Ostafrika), während die jetzigen Staaten Uganda und Kenia als British East Africa zusammengefasst wurden.

Die British East Africa Company befasste sich mit den politischen Interessen des Mutterlandes und handelte mehrere Schutzverträge mit dem Bantukönigreich aus. Somit wurden Uganda und Kenia ab 1894 als Protektorat direkt der Britischen Regierung unterstellt.
Die Errichtung des kolonialen Staatssytems wurde von verschiedenen einheimischen Gruppen bekämpft doch wurde ihr Widerstand in mehreren Kriegen geschlagen. 1902 entstand die Teilung in getrennte Verwaltungsgebiete – die heutigen Länder Uganda und Kenia.
Der Aufbau der Kolonialwirtschaft stützte sich auf den Export von Baumwolle und Kaffee. Aber auch Asiaten und vor allem Inder, die durch den Eisenbahnbau in das Land geströmt waren trugen viel zur Belebung von Wirtschaft und Handel bei.

Am 9. Oktober 1962 wurde Uganda in die Unabhängigkeit entlassen. Die Briten bemühten sich Uganda nach dem Erlangen der Unabhängigkeit nicht auseinanderbrechen zu lassen und errichteten somit ein föderalistisches System. Der König des Königreiches Buganda wurde zum Präsidenten gewählt. Milton Obote ein Lehrer vom Stamm der Langi in Norduganda wurde Premierminister, der bald versuchte die alleinige Kontrolle über den Staat zu gewinnen. Im Februar 1966 setzte er zunächst die Verfassung außer Kraft, entließ dann den Präsidenten aus seinem Amt und riss alle Macht an sich. Als aber der König die Wiederherstellung der Autonomie seines Reiches forderte wurde er von Truppen der ugandischen Armee unter Führung von Colonel Idi Amin ins Exil nach England gebracht.
Idi Aman gewann immer mehr als General an Macht. Während eines Auslandsaufenthaltes von Obotes nutzte er die Chance und erklärte sich im Januar 1971 zum neuen Staatsführer. Da viele Ugander und die westliche Welt das Regime Obotes ablehnten glückte der Staatsstreich.

Doch Idi Amin setzte bald schon viele Menschenrechte außer Kraft, verbot politische Aktivitäten und ging mit grausamer Gewalt vor. 1972 befahl er die Ausweisung aller Asiaten. Ihre Betriebe und Geschäfte wurden „afrikanisiert“, das heißt in der Regel an Gefolgsleute Amins ausgehändigt. Da die neuen Besitzer viele Unternehmen ruinierten, entstand schon sehr bald eine Misswirtschaft, woraufhin fast alle westlichen Länder ihre diplomatischen Beziehungen zu Uganda abbrachen und ein Handelsembargo verhängten.

Unterstützung militärischer Art fand Amin in Libyen und in der damaligen Sowjetunion. Er befahl sowohl die Ermordung von Christen, die 70% der Bevölkerung ausmachten, als auch die Folterung von tausenden von Menschen. 400.000 Ugander verloren ihr Leben. 1978 hatte er Staat und Gesellschaft so ruiniert, dass er kaum noch Rückhalt in den eigenen Reihen besaß. Zudem ließ er das Nachbarland Tansania angreifen. Die Invasion tansanischer Truppen im Frühjahr 1978 nach Uganda führte aber zur Flucht Amins und seiner Armee. Der Diktator flüchtete zunächst ins Exil nach Libyen und später nach Saudi-Arabien.

Mit Hilfe von tansanischen Truppen und vieler Ugander, die aus dem Exil zurückkehrten schritt der Wiederaufbau Ugandas rasch voran. Es wurde durch die Tansanier eine Übergangsregierung (Uganda National Liberation Front) gebildet, deren Präsident Dr. Yusufu Lule wurde. Doch nachdem er Kritik am tansanischen Präsidenten übte wurde er kurzerhand durch Godfrey Binaisa ersetzt, der aber nach einem Jahr vom militärischen Flügel der UNLF verdrängt wurde. Dieser wurde von Paulo Muwanga einem Anhänger des alten Präsidenten Obote geführt. Muwanga setzte freie Wahlen fest, die am Ende des Jahres 1980 stattfanden. Obote, der aus seinem tansanischen Exil zurückgekehrt war gewann die Wahl und wurde zum Präsidenten gewählt. Muwanga wurde Vize Präsident.

Einige Gruppen waren jedoch mit der Wahl nicht einverstanden und begannen unter der Führung von Yoweri Museveni einen Guerillakrieg. Die Gruppen entwickelten sich zu einer mächtigen Armee der National Resistance Army welche die Regierungsarmee Obotes versuchte zu bekämpfen. Im Juli 1985 marschierten Armeeeinheiten der Acholi Stammesfraktion in Kampala ein und vertrieben Obote. Seine Regierung wurde durch einen Militärrat ersetzt, der von General Tito Okello geführt wurde. Die NRA von Yoweri Museveni lehnte eine Regierungsbeteiligung unter Okello ab und führte ihren Untergrundkampf fort. Ende 1985 hatte die NRA große Teile Ugandas unter Kontrolle und nahm 1886 nach längerer Schlacht Kampala ein.

Nachdem die NRA die Macht übernahm wurde Museveni als Präsident vereidigt. Binnen weniger Monate hatte die NRA das gesamte Staatsgebiet unter Kontrolle, nur der Norden und Nordwesten blieben noch Kampfgebiet. Museveni gewann sehr bald das Vertrauen der westlichen Welt und brachte Uganda so auf Konsolidierungskurs. Außerdem forderte er die von Amin vertriebenen Asiaten zur Rückkehr auf mit dem Versprechen ihnen ihr Eigentum zurückzugeben.

Er erlaubte zudem dem König von Buganda, dem Monarchen von Bunyoro, Busoga und Toro die Rückkehr und die Wiederherstellung ihrer Königreiche, allerdings ausschließlich unter kulturellen und zeremoniellen Aspekten.
Museveni lehnte bis 1994 die Durchführung von demokratischen Wahlen innerhalb eines Mehrparteiensystems ab. 1995 fanden dann die Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung statt. Am 9. Mai 1996 fanden die ersten Präsidentschaftswahlen statt. Der amtierende Museveni wurde mit 74,2 % bestätigt.

Uganda unterstütze massiv mit Truppenpräsenz den Bürgerkrieg im Nachbarland Kongo/Zaire. 1999 kam es dann zu mehreren Bombenattentaten in Kampala. Am 1. März 1999 wurden mehrere amerikanische und britische Touristen im Bwindi Impenetrable Forest NP von Hutu-Milizen ermordet woraufhin Museveni mit massivem Militäreinsatz wesentliche Verbesserungen der Sicherheit in der Region schaffte.

Wirtschaft

Wichtige Rohstoffe Ugandas sind Kupfer, Kobalt, Kalkstein und Steinsalz. Wasserkraft und landwirtschaftlich gut zu nutzender Boden stellen weitere Ressourcen des Landes dar. Der Agrarsektor ernährt ca. 85% der Bevölkerung. Da viele Bauern noch in Subsistenzwirtschaft produzieren, beträgt der Anteil des Agrarsektors am Bruttoinlandsprodukt jedoch nur 36%. Die Landwirtschaft ist dennoch nicht nur ein wichtiger Wirtschaftszweig, sondern auch mit Abstand größter Devisenbringer des Landes.

Bei den Ausfuhrprodukten steht Kaffee an erster Stelle. Zum zweitwichtigsten Exportprodukt haben sich Buntbarsche aus dem Viktoriasee entwickelt. Bedeutsam sind auch Tee, Baumwolle und Tabak. Die Förderung neuer „nichttraditioneller“ Exportprodukte wie Honig, Trockenfrüchte, Vanille und vor allem Schnittblumen trägt zur Diversifizierung bei.

Steigende wirtschaftliche Bedeutung nimmt auch der Tourismus ein. Ugandas Beliebtheit als Urlaubsziel hat vor allem aufgrund der verbesserten Sicherheit in den touristischen Zentren im Süden und der vermehrten Anzahl von privaten Investoren in den letzten Jahren signifikant zugenommen. Da Uganda etwa zwei Drittel der noch auf der Welt verbliebenen Berggorillas beherbergt, wurden zum Schutze der Primaten und zur wirtschaftlichen Förderung der lokalen Bevölkerung diese Naturschätze im Rahmen geordneter Ökotourismusprogramme Besuchern aus aller Welt zugänglich gemacht.

Nachdem die Wirren der Zeit Amins und Obotes beendet waren und Uganda sich unter Präsident Museveni stabilisierte, setzte ein beständiges Wirtschaftswachstum mit Wachstumsraten von etwa 5-6% jährlich ein. Dennoch zählt Uganda weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt: rund 35% der Bevölkerung müssen mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auskommen.

Staatsausgaben

Zwischen 1990 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

  • das Gesundheitswesen bei 2%
  • das Bildungswesen bei 15%
  • das Militär bei 26%
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