Allgemeine Informationen über Tansania

Staatsname

Deutsch: Vereinigte Republik Tansania
Kisuaheli: Jamhuri ya Muungano wa Tanzania
Englisch: United Republic of Tanzania

Klima

Vorwiegend tropisch

Lage

Ostafrika zwischen Viktoria- / Tanganyika- / Malawi-See und Indischem Ozean, 1-11° südlich des Äquators 35-40° östlich des Zeitmeridians

Größe

945.087 qkm (gut zweieinhalbmal so groß wie Deutschland)

Hauptstadt

nominell: Dodoma (ca. 943.000 Einwohner)
faktisch: Daressalam (ca. 7 Mio. Einwohner)

Bevölkerung

2026: 72,3 Mio., jährliche Wachstumsrate: ca. 2,8%

Landessprachen

Amtssprache: Kisuaheli
Bildungs- und Verkehrssprache: Englisch

Religionen

Ca. 40% Christen, ca. 30% Moslems, ca. 30% sonstige; Sansibar ca. 95% Moslems

Unabhängigkeit

Tanganjika 9.12.1961; Sansibar 10.12.1963

Regierungsform

Präsidialrepublik mit weitgehender Autonomie Sansibars

Staatsoberhaupt

Samia Suluhu Hassan, CCM, seit Dezember 2025

Parlament

Ein-Kammer-Parlament, derzeit insges. 324 Mitglieder,

Regierungspartei

Chama Cha Mapinduzi (CCM) = Partei der Revolution, bis 1992 Einheitspartei, im Parlament mit über 80% dominant und alleinige Regierungspartei

Oppositionsparteien

(soweit im Parlament vertreten) Civic United Front (CUF)
Chama Cha Demokrasia Na Maendeleo (CHADEMA, Partei der Demokratie und des Fortschritts)
Tanzania Labour Party (TLP)
United Democratic Party (UDP)

Verwaltungsstruktur des Landes

administrative Gliederung in 26 Regionen mit vom Präsidenten ernannten Gouverneuren (Regional Commissioners) an der Spitze,

Mitgliedschaft in int. Organisationen

Vereinte Nationen und ihre Sonderorganisationen;
Southern African Development Community (SADC);
East African Community (EAC);
Afrikanische Union (AU);
G-77 (Non-Aligned Movement);
Welthandelsorganisation (WTO)

Bruttoinlandsprod. (BIP)

2026: USD 94,1 Mrd. (lt. Weltbank)

BIP / Kopf

2026: USD 320 (lt. Weltbank)

Vereinigte Republik Tansania
Jamhuri ya Muungano wa Tanzania
United Republic of Tanzania

Der Name entstand als Kunstwort aus den Bezeichnungen der beiden Staatsteile Tanganjika und Sansibar sowie der Bezeichnung Azania (alte Bezeichnung für die Küste Ostafrikas).

Geographie

Das tansanische Festland besteht aus einer 16-64 km breiten Küstenebene mit tropischer Vegetation, der 213-1.067 m hoch gelegenen Masai-Savanne im Norden und einem Hochplateau im Süden (900 – 1.200 m), das bis zum Malawisee reicht. Der Zentralafrikanische Graben berührt Tansania im Westen, der Ostafrikanische Graben verläuft zentral durch das Land. Zeugen der geologischen Vorgänge in dieser tektonischen Bruchzone sind riesige Krater und Vulkane wie der Rungwe (3.175 m), der Mount Meru (4.565 m) oder der höchste Berg Afrikas, der Kilimanjaro (5.895 m). Das Staatsgebiet von Tansania grenzt an drei der größten Seen Afrikas: im Norden an den Viktoriasee, im Westen an den Tanganjikasee und im Süden an den Malawisee. Im Norden Tansanias liegt die Serengeti (Massai-Sprache = „weites Areal“, „große Ebene“), einer der berühmtesten Nationalparks Afrikas. Feucht- und Trockensavannen mit Schirmakazien und Baobab-Bäumen dominieren einen Großteil Tansanias. Halbwüsten und Küstenebenen (z. T. mit Mangrovensümpfen) machen die verbleibende Landschaft aus. Entlang der flachen Küste Tansanias herrscht ein tropisches Klima, während in den Bergen im Norden, Süden und Westen das Klima gemäßigt ist.

Bevölkerung

Die Bevölkerung besteht auf dem Festland zu 95 Prozent aus Afrikanern (21 Prozent der Gesamtbevölkerung Sukuma und Nyamwezi, 9 Prozent Suaheli, 7 Prozent Hehe und Bena, 6 Prozent Haya, 6 Prozent Makonde, 2 Prozent Massai und andere ethnische Gruppen). Diese gliedert sich in etwa 130 Gruppen und Untergruppen auf. Außerdem leben in Tansania Araber, Pakistaner, Inder und Europäer.
Die Bevölkerung Tansanias wächst weiterhin stark an. Zur Zeit sind etwa 44 Prozent der Menschen unter 14 Jahre alt, so dass mit einem weiteren Bevölkerungsanstieg zu rechnen ist. Zugleich muss man aufgrund weit verbreiteter Armut und der relativ hohen Verbreitung von AIDS von einer hohen Sterblichkeitsrate ausgehen. Schätzungsweise 20 Prozent der Einwohner sind mit dem HI-Virus infiziert (Stand 2003).

Sprachen

Tansania hat ca. 120 Sprachen. 90 Prozent der Einwohner sprechen eine Bantusprache; sonst werden Nilotische Sprachen, kuschitische Sprachen und insbesondere auf Sansibar Arabisch gesprochen.
Laut der offiziellen Sprachpolitik Tansanias, ist Suaheli die Sprache des gesellschaftlichen und politischen Bereichs, der Grundschulbildung sowie der Erwachsenenbildung; das Englische ist für die Bereiche der höheren Schulbildung, der Universitäten und der höheren Gerichte vorgesehen.

Religionen

Das Küstengebiet sowie die ehemaligen Karawanenstraßen sind stark islamisch geprägt. Etwa 35 % der Bevölkerung sind islamisch (auf Sansibar 95 %). Im Binnenland von Tansania hat sich das Christentum sehr verbreitet und ca. 35 % der Bevölkerung ist christlich. Überall finden sich auch Anhänger der traditionellen Religionen, deren Riten oft auch von Christen und Muslimen mit beachtet werden.

Geschichte

Obwohl das heutige Tansania schon vor 2 Mio. Jahren besiedelt war (wie es archäologische Funde in der Olduvai-Schlucht am Rand der Serengeti belegen), kennt man wenig von der frühen Geschichte Tansanias. Die Küstenregion war lange Zeit Siedlungsgebiet von arabischen und portugiesischen Händlern, die regen Austausch mit arabischen Gebieten pflegten. Vor allem der Handel mit Elfenbein und Sklaven blühte im 19. Jahrhundert auf. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckten europäische Forschungsreisende, wie Livingstone, Stanley, Speke und Burton das Gebiet. Die Deutschen beeilten sich, das Gebiet, welches früher Tanganyika hieß, für sich zu beanspruchen, mussten aber nach dem 1. Weltkrieg ihre Kolonisierungsträume aufgeben. Seit 1920 stand die Region als Völkerbundsmandat (nach dem Zweiten Weltkrieg als Treuhandgebiet der UNO) unter britischer Verwaltung. Am 9. Dezember 1961 erhielt Tanganjika die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. Kurz nach der Unabhängigkeitserklärung von Sansibar am 10. Dezember 1963 verbanden sich die beiden Staaten Tanganjika (Tan) und Sansibar (San) und gründeten am 26. April 1964 die Vereinigte Republik Tansania. Unter Julius Nyerere schlug das unabhängige Tansania den sozialistischen Weg ein. Dieser charismatische Führer, bekannt als Mwalimu (der Lehrer) war beim Volk besonders beliebt. Nyerere und seine Anhänger strebten den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in Tansania an, verstaatlichten die Banken, führten Bildungs- und Landreformen durch. Ziel Nyereres war ein spezifisch afrikanischer Sozialismus in Abgrenzung zu den autoritären Sozialismusmodellen nach dem Vorbild der Sowjetunion. Vorbild für die sozialistische Umgestaltung Tansanias sollte stattdessen die „Ujamaa“, die Dorfgemeinschaft als Produktions- und Verteilungskollektiv, sein. Die Ausweitung des Ujamaa-Modells auf größere Produktionseinheiten scheiterte allerdings und mit der Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch die sozialistische Vision Nyereres. Erst 1985 legte er sein Amt als Präsident nieder. 1992 wurde das Einparteiensystem aufgehoben und 1995 fanden zum ersten Mal seit den 1970er Jahren wieder demokratische Wahlen statt.

Wirtschaft

Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Steigende Preise auf dem Lebensmittelsektor führten dazu, dass die privaten Einkommen überwiegend für Lebensmittel aufgebraucht werden. Angesichts der Armut in Tansania wurde dem Land 2001 von der Weltbank ein Schuldenerlass gewährt. Bergbau und Fremdenverkehr sind Wirtschaftszweige, die zunehmend wichtiger werden.
Im wesentlichen werden Cashewnüsse (18,3 %), Kaffee (14,3 %), Mineralien (13,2 %), Tabak (8 %) und Baumwolle (5,2 %) ausgeführt, wobei aber der Tourismus die wichtigste Devisenquelle ist.

Staatsausgaben

Zwischen 1990 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben bezogen auf das Festland für

  • das Gesundheitswesen bei 26 %
  • das Bildungswesen bei 8 %
  • das Militär bei 16 %
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